Füssener Heimatzeitung Nr. 171

159 Füssener Heimatzeitung Nr. 171 vom März 2019 / I Fortsetzung von Seite 156 auch, indem sie den Haufen erst am Nachmittag des Funkensonn- tags errichtete. Fasching oder Fastenzeit? Wie kommt es, dass es hier in der Fastenzeit noch einmal Schmalzgebackenes gibt? Ur- sprünglich endete der Fasching erst mit dem Funkensonntag und im Anschluss begann das Fasten vor Ostern. Aber dann wollten die adeligen Herrschaften an den Sonntagen statt dünner Fasten- suppe lieber Gebackenes und Gebratenes verzehren. Deshalb wurden die Sonntage vom Fasten ausgenommen, dafür wurde das Faschingsende um vier Tage auf den Aschermittwoch vorverlegt. Da die Bauern bekanntlich nicht so einfach von einer kulturellen Änderung zu überzeugen sind, machten sie mit dem Fasching weiter bis zum Funkensonntag, der in vielen schwäbischen Orten weiterhin das rauschende Ende des Faschings markiert. Rezept Funkenkiachl: Zutaten 500 g Weizenmehl Universal. Kann mit 125 g Weizen- oder Din- kelvollkornmehl gemischt wer- den. 1 halber Würfel Frischhefe, Alter- native: 1 Säckchen Trockenhefe (= 7 g) 250 ml Milch, 37° warm 40 g Butter 3 Eidotter 40 g Zucker 1 Päckchen Vanillezucker Fortsetzung auf Seite 160 1 Stamperl Rum, 20 ml 1 Zitrone, Schale gerieben 1 Liter Frittieröl zumHerausbacken / Frittieren. 1 Glas Preiselbeermarmelade zum Füllen der fertigen Kiachl. Es eig- nen sich auch andere rote Mar- meladen. Zubereitung 1. Hefeteig vorbereiten: Eventuell übernimmt eine Kü- chenmaschine diese Arbeit? Aus- giebiges Kneten ist jedenfalls wichtig. Sportlich per Hand geht es so: a) Das Mehl in eine geräumige Schüssel füllen und eine kleine Mulde eindrücken. Da hinein brö- ckelt man die Frischhefe, über- schüttet diese mit ein wenig der angegebenen warmen Milch, be- streut sie mit Zucker und verrührt sie damit. Fünf bis zehn Minuten in der Küchenwärme stehen las- sen. b) Die Butter in der verbliebenen warmen Milch erweichen, ver- rühren und mit den restlichen Teigzutaten über dem Mehl ver- teilen. c) Mit einem Kochlöffel in der Schüssel alles zu einem groben Teig verrühren. d) Diesen Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und in zehn Minuten mit den Handballen zu einer seidigen Teigkugel kneten. e) Die Teigkugel mit Mehl leicht bestäuben, mit der Schüssel be- decken und zugedeckt zwanzig Minuten ruhen / gehen lassen. (Die Österreicher wissen schon lange, dass ruhen und gehen kein Widerspruch sein muss!) 2. Teiglinge formen: - Teig kurz durchkneten und zu einer Rolle formen. Rolle längs  Drei Pinswanger Burschen mit einer Funkenhexe Bildquelle: Füssener Heimatzeitung

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