Füssener Heimatzeitung Nr. 163
In traditioneller Tracht und mit geschmückten Pferden nehmen die Frauen am Colomansritt teil; Colomansritt 1996. Bild: privat loman auf einer Reise nach Pa- lästina im Gebiet umSchwangau und hütete dort das Vieh der an- sässigen Bauern. Durch die Funk- tion Colomans als Schutzpatron des Viehs und den existenziellen Wert des Viehs für die Schwan- gauer Einwohnerschaft, vor allem in der Vergangenheit, genießt der heilige Coloman bis heute in Schwangau eine hohe Wertschät- zung. Früher - wie auch teilweise heute - lebten viele Schwangauer von der Viehzucht und diese war für sie die Lebensgrundlage. Sie waren abhängig von der Gesund- heit und demWohlbefinden ihrer Tiere, welche Milch, Fleisch und vieles mehr boten. Aus diesem Grund gehört der Schutzpatron und Beschützer des Viehs zu den wichtigsten aller Heiligen und Götter. In seiner Hand liegt nicht nur das Wohl der Tiere, sondern auch die Existenzgrundlage der Bauern. Die Entstehung Der 13. Oktober ist der Festtag des heiligen Coloman. An diesem Tag wurde in Schwangau seit je- her nachweislich ein großes Fest gefeiert. Die Entstehung der Tra- dition des Colomansrittes wird auf das 15. bis 16. Jahrhundert vermutet. Seit dem Jahre 1995 obliegt die Verantwortung und die Erhaltung und Förderung des Colomansfestes dem Sankt Co- loman-Verein e.V. in Schwangau. Vorher lagen diese Aufgaben in der Hand einer Interessengemein- schaft zur Erhaltung und Entwick- lung des Colomansfestes. Diese Interessengemeinschaft wurde im Jahr 1978 gegründet, da zwei Jahre zuvor durch den Fortschritt der Technik und Maschinen für die Landwirtschaft und der damit verbundene Verlust der Bedeu- tung von Pferden im landwirt- schaftlichen Betrieb nur noch neun Pferde am Festtag mit Um- Fortsetzung auf Seite 104
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