Füssener Heimatzeitung Nr. 163

101 Füssener Heimatzeitung Nr. 163 vom Oktober 2018 / I Der Schmetterling von Hermann Hesse Mir war ein Weh geschehen, Und da ich durch die Felder ging, Da sah ich einen Schmetterling, Der war so weiß und dunkelrot, Im blauen Winde wehen. O du! In Kinderzeiten, Da noch die Welt so morgenklar Und noch so nah der Himmel war, Da sah ich dich zum letztenmal Die schönen Flügel breiten. Du farbig weiches Wehen, Das mir vom Paradiese kam, Wie fremd muß ich und voller Scham Vor deinem tiefen Gottesglanz Mit spröden Augen stehen! Feldeinwärts ward getrieben Der weiß' und rote Schmetterling, Und da ich träumend weiterging, War mir vom Paradiese her Ein stiller Glanz geblieben. ■  Hesse erschafft durch seine Gedichte neue und auch alte Welten. Bild: Pixabay  Du farbig weiches Wehen, das mir vom Paradiese kam. Bild: Pixabay

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==