Füssener Heimatzeitung Nr. 161

113 Füssener Heimatzeitung Nr. 161 vom August 2018 / II unfall, den er gehabt hatte, so viel Teilnahme ge- äußert hatte. Die letzten Lilien lagen auf seinem Grab Am Sonntag, den 6. Juni 1886, wenige Tage vor dem Tod des Königs, war diesmal aus Erfurt ein Blumenkorb gekommen, ein vergoldetes Füllhorn mit Marschall Niel-Rosen und großen sternartigen Eucharisblüten. Der König zeigte die Blumen seinem Kammerlakaien. „Sehen Sie“, sagte er, „die Blumen freuen mich, die hab ich von ...“, er nannte den Namen der Lilienspenderin. Das war die letzte Freude, die er in seinem Erdenleben empfangen sollte, die nächsten Blumen legte man acht Tage später auf sein Totenlager. Als er den Weg seines Todes von Neuschwanstein antrat, soll er gesagt haben: „Ich lasse ihr für ihre Treue danken, die sie mir erhielt. Für ihre Aufmerksamkeit durfte ich ja niemals danken.“ Der Blumenkorb erhielt dann seinen Platz in dem gewohnten Speisezimmer des Königs, wo sonst ein silberner Aufsatz mit demSchwanenritter stand, der ihm für diese Zeit weichen musste. Er stand noch dort, als sein Eigentümer das Schloss für immer verließ und ist dann andenkenlüsternen Fremden zum Opfer gefallen. ■ Beginn der Episode zwischen König Ludwig II. und der Liliendame 1881 Ende der Episode zwischen König Ludwig II. und der Liliendame 1886 Die geheimnisvolle Liliendame war aus Hamburg Kontaktperson : Kabinettschef Ziegler Die Episode „Die geheimnisvolle Liliendame“ ist mit freundlicher Erlaubnis des Autors Alfons Schweiggert seinem Buch: „Ludwig II. und die Frauen“, S. 191 – 195, Allitera-Ver- lag, München 2016, entnommen. Dort kann das Buch bestellt werden. Tel.: 089/13929046, info@allitera.de Info-Kasten  Wenige Tage vor diesem Spaziergang mit Dr. Gudden, erhielt König Ludwig II. seinen letzten Lilienstrauß von der geheimen Dame.

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