Füssener Heimatzeitung Nr. 160

182 Füssener Heimatzeitung Nr. 160 vom August 2018 / I zwischen sieben und siebzehn Jahren für sieben bis acht Monate losziehen und für Geld imdamalig reichen Schwabenland arbeiten. Als Schwabenland wurde zu jener Zeit bezeichnet, was sich zwi- schen Lech und Rhein befand. Die Arbeiten der Schwabenkinder waren offiziell: Pferde-, Kühe-, Schafe-, Ziegen-, Schweine- und Gänsehüten. Doch wurden die Kinder leider mancherorts zu Schwerstarbeiten herangezogen. Da Mädchen ebenso wie Buben ausgeschickt wurden Geld zu ver- dienen, kamen die Mädchen nicht selten durch Misshandlungen mit unehelichen Kindern zurück und wurden dort als Sünderinnen aus- gestoßen. Im Jahr 1833 zogen 600 Kinder nach Schwaben oder Bayern aus. Die Kindermärkte in der Umgebung waren in Füssen und Kempten. Schon das dritte Kind muss fort Mittelpunkt des Theaterstücks ist eine Lechtaler Großfamilie, die durch das „Schwabengehen“ zerrissen wird. Mit Schmerzen in der Brust muss die Mutter schon ihr drittes Kind ins Schwabenland  Dorfleben im armen Lechtal Fortsetzung von Seite 181

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