Füssener Heimatzeitung Nr. 160

105 Füssener Heimatzeitung Nr. 160 vom August 2018 / I gestellt, meinte er weiter, gab es keinen höheren und sinnvol- leren Dienst als den für Gott selbst. Das Kloster bot ein gesi- chertes, bildungsreiches und ge- borgenes irdisches Leben sowie die Hoffnung auf ein ewiges Le- ben nach dem Tod. „Die letzten fünfzig oder hundert Jahre tren- nen uns mehr vom Verständnis der 1500 Jahre alten Benedikts- regel als alle Generationen da- vor.” Was aber vor allem zum Ausdruck kam, war seine Liebe zu dieser Ausstellung, zu seinem Schatz, dem etwa 1200 Jahre al- ten Buch. Für ihn ist das nicht ir- gendein altes Buch. Es ist etwas Besonderes und das verstand er während der Führung zu vermit- teln. Beeindruckend waren dabei vor allem seine Lateinkenntnisse, mit denen er alle Zuhörer ver- blüffte. Er konnte die jeweiligen aufgeschlagenen Seiten nicht nur flüssig lesen, sondern auch noch übersetzen und erklären. Auf die Frage, woher er denn diese La- teinkenntnisse habe, meinte er lapidar, er hätte das Große Lati- num und zudem das Glück ge- habt, im vielleicht letzten Latein- Leistungskurs gewesen zu sein, mit sieben Schülern. Nur, andere mit dem Großen Latinumwürden gar nichts verstehen und über- setzen können. Dazu gehört ein- deutig mehr. Die Ausstellung hat er mit großer Liebe und vielen Details gefüllt. Sehr beeindru- ckend! Es ist ihm gelungen, dass man ein bisschen in die Welt des ehemaligen Klosters eintauchen konnte, in der alles einen festen Platz hatte, ein Netz mit kleinsten Maschen, in dem sich jeder auf- gehoben fühlen konnte, voraus-  Das ausgestellte, 1200 Jahre alte Buch der Benediktinerregeln Fortsetzung auf Seite 107

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==