Füssener Heimatzeitung Nr. 159
75 Füssener Heimatzeitung Nr. 159 vom Juli 2018 darauf bestanden, dass er mit einem Tau an den Papa ange- bunden war. Auch wenn ihm die- ses Detail etwas peinlich war – seinen Freunden hatte er davon nicht erzählt – war die Vorfreude überwältigend. Den starken, abenteuerlichen Papa, den er sonst sogar manchmal Monate nicht sah, begleiten zu dürfen, war einfach ein unbeschreibliches Abenteuer für den kleinen Sepp. Schon in aller Frühe sollte es losgehen, um sowohl die gefähr- liche Hirschauer Steilhalde als auch die schwierige Umfahrung des Wehrs in Landsberg bei Ta- geslicht bewältigen zu können. Mit etwas Glück könnten sie dann noch am selben Abend in Augs- burg eintreffen. Sepp hoffte ins- geheim auf Verzögerungen, denn dann würden sie am Weg, an ei- ner der Lagerstellen der Flößer, ankern und übernachten. Wie ein richtiger Mann Sepp hatte sein Bündel gepackt. Die saubere Hose und das frisch geflickte Hemd, mit denen er bei seinen Großeltern Eindruck hin- terlassen sollte, außerdem hatte ihm seine Mutter einen kleinen Kanten Brot und einen Apfel als Wegzehrung mitgegeben. Den Weg zur Anlegestelle kannte Sepp natürlich von den vielen Malen, bei denen er extra früh aufge- standen war, um seinen Papa zu Fortsetzung auf Seite 79 Kein Geld für die Postkutsche Bereits amVorabend war er total aufgeregt und sprach von nichts anderem. Der kleine Sepp durfte zum ersten Mal mit seinem Papa, dem Floßer-Schorsch mit nach Augsburg fahren. Er hatte schon allen seinen Freunden aufgeregt davon erzählt, und natürlich be- neideten ihn die Kinder, die ihn sonst neckten und ärgerten. Sei- ne Mutter hatte sich lange ge- wehrt, weil es ihr zu gefährlich erschien, aber sie hatten das Geld für die Postkutsche nicht, um dem Sepp einen Besuch bei den Großeltern in Augsburg zu ermöglichen, und bei der Floß- fahrt des Vaters konnte der Kleine natürlich kostenlos mit. Sie hatte Flößer beim Holztransport, Quelle: Gemeinde Lechbruck
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