Füssener Heimatzeitung Nr. 159

69 Füssener Heimatzeitung Nr. 159 vom Juli 2018 ben. Bis zum 19. Jahrhundert war sie eine weit verbreitete Art, heute ist sie bereits vom Aussterben bedroht, streng geschützt und befindet sich auf der Roten Liste bedrohter Tierarten in den höchs- ten Kategorien. Sie darf nicht ohne Grund getötet oder der Na- tur entnommen werden. Gründe für ihr Aussterben sind vor allem die Regulierung der Flüsse durch Stauwehre, sowie das Ausbleiben starker Hochwasser und das Ver- schwinden unbewachsener Ufer- und Sandbänke. Im Sauerland gilt die Spinne schon als ausge- storben. Eine kurze Beschreibung, damit Sie wissen mit wem Sie es zu tun haben: Ihre Grundfarbe ist graubraun, kann aber auch gelblich grau sein. Die Männchen haben meis- tens am Hinterkörper rötliche Punkte. Die Beine sind hell-dun- kel gefleckt oder geringelt. Lebenszyklus Das Weibchen betreut die frisch geschlüpften Jungen, die sie zu- vor in einem Eierkokon bei sich getragen hat. Die Eiablage erfolgt im Juni, manchmal sogar im Au- gust. Die Jungspinnen werden erst im Spätsommer des folgen- den Jahres geschlechtsreif und wandern dann etwa vier Wochen ohne festen Schlupfwinkel um- her, bis sie ein passendes Terri- torium für sich gefunden haben. Ihr Jagdverhalten gleicht einem Wolf Sie ist bevorzugt nachtaktiv. Ob- wohl sie zu den Webspinnen ge- hört, baut sie keine Netze, son- dern lauert ihrer Beute auf und jagt wie ein Wolf. Der wissen- schaftliche Name der Wolfspinne lautet Lycosidae, abgeleitet aus dem griechischenWort für „Wolf”. Fortsetzung auf Seite 71  Mit Spinnennetzen hat sie nichts am Hut, sie jagt lieber wild wie ein Wolf!

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