Füssener Heimatzeitung Nr. 159

56 Füssener Heimatzeitung Nr. 159 vom Juli 2018 Kind umsorgt, es behütet und erzieht. Man hat sich vorgestellt, es manchmal zu verwöhnen, es aufzufordern mutig zu sein, es immer zu beschützen, mit ihm zusammen etwas zu erleben. Un- denkbar vieles wird einem ur- plötzlich weggerissen und das bestärkt nur dieWichtigkeit, diese Gefühle immer wieder zuzulas- sen, zu durchleben und somit teilweise zu verändern und auf- zulösen. Mein in der Schwangerschaft abgegangenes Kind ist mein Kind Eine Mutter aus Füssen, die ihr totgeborenes Kind in eben dieser Gedenkstätte auf demAlten Fried- hof beigesetzt hat, erzählte von ihren Gefühlen zu ihrem abge- gangenen Kind und diesem Ort, der es ihr ermöglicht, ihr Kind auch „auf irdischen Wegen“ zu würdigen. Sie erzählte, dass dies das wichtigste ist, was dieser Ort für sie repräsentiert, dass ihr Kind an dieser Stelle eine Wür- Der Verlust eines Kindes Genau solch ein Ort ist der Ge- denkplatz für totgeborene Kinder, der von dem ehemaligen Stadt- pfarrer Karl-Heinz Knebel auf dem Alten Friedhof in Füssen (Klos- terstraße 1) im Jahr 2003 eröffnet worden ist. Etliche Frauen erleben diesen Verlust eines Kindes im Bauch. Es ist kein Geheimnis, mit welchem Glück eine Schwan- gerschaft aufgenommen wird und welche Glückseligkeit sie in ei- nem auslöst. Das Gefühl, von nun an für immer mit einemMen- schen verbunden zu sein, für im- mer für ihn da zu sein, ist eines der schönsten Dinge, die sich eine werdende Mutter nur vor- stellen kann. Und trotzdem pas- siert es immer wieder, dass Kin- der urplötzlich noch während der Schwangerschaft sterben und da- durch tiefe Gefühlstäler bei ihren Müttern entstehen. Es ist nicht leicht, in der Zukunft nicht mehr sehen zu können, wie man sein Fortsetzung von Seite 55  Der Eingang zum Alten Friedhof

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