Füssener Heimatzeitung Nr. 159

52 Füssener Heimatzeitung Nr. 159 vom Juli 2018 Damit passen nun weit mehr als zehnmal so viele Touristen auf den neuen Maxsteg. Was auf der einen Seite als Verbesserung ge- sehen wird, ist andererseits der Verlust eines spannenden Ge- fühles, das die Füssener nahezu alle kannten. Es war nämlich ein leichter Nervenkitzel, den man beim Betreten des Maxsteges in sich verspürte, wenn man das Hinweisschild mit den 20 - 30 Personen las. Unterschwellig hat- te man leichte Zweifel, ob das mit den 30 Personen auch wirk- lich eine sichere Sache ist und gleichzeitig beobachtete man doch immer genau die Anzahl der Menschen, die sich auf der Brücke aufhalten wollten, um sich rechtzeitig aus dem Staub zu machen, wenn es zu viele wer- den sollten. Mit viel Fantasie bleibt er uns doch noch erhalten Auch wenn es manchmal viel- leicht notwendig ist, entsteht im- mer ein gewisser Schmerz, wenn so ein altes Landschaftsdenkmal, das einem mit der Zeit fest ans Herz gewachsen ist, so plötzlich aus der Heimat und damit auch aus der Seele der Einheimischen gerissen wird, nahezu wie wert- loses Unkraut, und durch etwas Leistungsfähigeres ersetzt wird. Leider weicht der neue Maxsteg optisch eklatant vomOriginal ab. Es wurde sich nicht die Mühe ge- macht, ihn zumindest im Erschei- nungsbild an seine historische Herkunft anzupassen. Erhalten bleibt uns eigentlich nur noch das Bild des alten Maxsteges in unserer Fantasie, wodurch wir ihn in uns aufleben lassen kön- nen. Der Zeitgeist, dieser unwill- kommene Gast in einer histori- schen Kleinstadt wie Füssen, be- raubt uns unserer Heimat, ent- reißt sie Stück für Stück unserem Leben und verwandelt sie in leb- lose Materie. ■ Fortsetzung von Seite 51  Der 2015 sanierte Maxsteg heute

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==