Füssener Heimatzeitung Nr. 159

180 Füssener Heimatzeitung Nr. 159 vom Juli 2018 das politische sowie das soziale Engagement und auch das Schrift- stellertum. Mit dreizehn fing er bereits an zu schreiben. Er schrieb eigentlich immer, bis zuletzt. Nach dem Abitur kommt Latt- mann 1943 zuerst zum Reichsar- beitsdienst. Da ist er siebzehn Jahre alt. Kurz darauf wird er Offi- ziersanwärter bei der Marine. Er war begeisterter Soldat, bis zum 20. Juli 1944, dem Tag des At- tentats auf Hitler. An diesem Tag erkannte er, dass er den falschen Gehorsam geleistet hatte. Und auch damals schon mußte er die Wahrheit laut hinausposaunen. Wie die Attentatsbeteiligten in Reih und Glied standen, sagte er laut, er sei überzeugt, diese Offiziere hätten das Beste für  Bücher waren für Dieter Lattmann eine Leidenschaft Deutschland gewollt. Er wurde natürlich denunziert. Das war ja Hochverrat. Er kam nur mit dem Leben davon, weil sein erster Offizier ihn davor bewahrte, in die erste Reihe an die Front ge- schickt zu werden, der sichere Tod fast jeden Soldats. „Du Voll- idiot!”, das musste er sich aller- dings sagen lassen. Und ver- schiedene Strafdienste musste er auch über sich ergehen lassen. Kurz vor Kriegsende wurde er al- lerdings doch noch wegen „Wehr- kraftzersetzung” degradiert und landete zweimal im Gefängnis. Schriftstellerische Tätigkeit Nach dem Krieg macht er eine Lehre zum Verlagsbuchhändler. Bis 1960 arbeitet er als Lektor, Buchhersteller und Pressereferent in verschiedenen Verlagen. Da- rüber hinaus schreibt er für ver- schiedene Zeitungen und veröf- fentlicht sein erstes Buch. Bis zu seinem Tod werden es 17 Bücher sein. Mit 92 Jahren noch schreibt er an seinem letzten Buch, „Es will Abend werden”, in dem er sich mit dem Altwerden, dem Sterben, den Nöten und Stärken der alten Menschen, vor allem im Seniorenheim Augustinum auseinandersetzt. Mit 84 Jahren hatten er und seine Frau be- schlossen, ihr wunderschönes Haus am Englischen Garten in München zu verkaufen und in das Seniorenheim Augustinum im Norden von München zu zie- hen. Er selber meinte einmal, es sei mühsam und schwierig, sei- nen eigenen Ruhm zu überleben. Fortsetzung von Seite 179

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