Füssener Heimatzeitung Nr. 159

129 Füssener Heimatzeitung Nr. 159 vom Juli 2018 mit Güssen nach genauem Plan einzuhalten. In kürzester Zeit wurde er wieder gesund. Es war allein das Wasser, das ihn heil- te. Cholera-Kaplan Seit seiner Selbstheilung, nur durch die Anwendung von Was- ser, war er Feuer und Flamme für diese Heillehre. Er las viele Bücher zu diesem Thema und trat auch dem Verein der Was- serfreunde bei und begann bald heimlich andere Kommilitonen mit Tuberkulose durch Wasser zu heilen. Zeitnah erhielt er durch Bischof Peter von Richarz im Augsburger Dom die Priesterwei- he und hatte bald drei Stellen als Kaplan. Immer wieder half er kranken Menschen und heilte diese mit Wasser. Ziemlich schnell kam es zu Widerständen, Anzeigen und Klagen von Apo- thekern wegen Gewerbebeein- trächtigung und Schädigung. Kneipp versicherte, nur solche Menschen zu behandeln, die nach jahrelanger Behandlung durch herkömmliche Ärzte und Apotheker keine Besserung er- langten. Trotzdemmusste er eine Erklärung abgeben, auch solch scheinbar unheilbaren Menschen nicht mehr zu helfen. Als dann in München eine Choleraepide- mie ausbrach und sich in Ober- bayern und Schwaben ausbrei- tete, verstieß Kneipp gegen die Unterlassungserklärung und ihm wurde die Heilung von 42 er- krankten Personen zugeschrie- ben. Seit dem nannte man ihn den „Cholera-Kaplan“. Sogar von Papst Leo XIII. wurde Kneipp Ende 1893 zum päpstlichen Geheim- kämmerer ernannt und bei einer Audienz in Rom ließ er sich von Kneipp behandeln und schenkte diesem zum Abschied eine gol- dene Medaille. Vertrauen statt Angst Kneipps Gesundheitslehre be- schränkt sich allerdings nicht ausschließlich auf das Wasser. Er benannte fünf Säulen seiner Lehre, die alle entscheidend wich- tig für die Gesundheit sind: Was- ser, Bewegung, Ernährung, Kräu- ter und Lebensordnung. Wie sag-  Kneippen macht gesund! Fortsetzung auf Seite 130

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