Füssener Heimatzeitung Nr. 158
95 Füssener Heimatzeitung Nr. 158 vom Juni 2018 Beim Spaziergang in der Floßergasse ... welt direkt zu uns. Sie machen unser Leben tiefer und beseelter. Schutz der Füssener Schwäne Auch in den Füssener Gewässern leben einige dieser zauberhaften Wesen und beglücken uns. Un- vorstellbar, dass Menschen die- senWesen bewusst schaden wol- len. Leider ist der natürliche Le- bensraum der Füssener Schwäne in Gefahr! Durch Angriffe von Menschen auf die Nester und Zerstörung ihrer frisch gelegten Eier werden sie schwer geschä- digt. Auch das Füttern der Schwä- ne kann schwere Folgen haben. Denn man tut ihnen letztlich nichts Gutes damit. Die Schwäne werden dadurch zu „Bettelschwä- nen“, die verlernt haben selber zu gründeln und dadurch sind sie selber nicht überlebensfähig. Eine Gruppe von etwa 30 Men- schen aus Füssen und Umgebung bemühen sich unter Leitung von Hans Hack (Mitglied vom Bund Naturschutz Ostallgäu) unter dem Namen „Mein lieber Schwan“ um den Schutz dieser Füssener Schwäne. Zu Brutzeiten beob- achten und bewachen sie die Nester und kämpfen aktuell sogar für eine Kameraüberwachung. Sie stellen Schilder zum Schutz der Schwäne auf, bauen Zäune und einiges mehr. Mitglied kann man bei dieser Gruppe werden, indem man Kontakt mit Hans Hack aufnimmt. Todesmythos Es existiert über die Schwäne auch ein berührender uralter To- desmythos, der in der grie- chischen Mythologie bis auf Ai- schylos und Platon zurückreicht. Dieser besagt, dass Schwäne kurz vor ihrem Tode mit trauriger, jedoch wunderschöner Stimme ein letztes Lied singen. In diesem Vorgang ist eine unendlich tiefe Hingabe und Demut dem Leben gegenüber zu spüren. Singend zu sterben, ist ein Akt tiefer Liebe, Weichheit und Offenheit. Heinrich Heine schrieb im Buch der Lieder folgende Zeilen darüber: „Es singt der Schwan im Weiher, Und rudert auf und ab, Und immer leise singend, Taucht er ins Flutengrab.“ ■ Eine Pause am Lechufer mit kleinen Gästen ...
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