Füssener Heimatzeitung Nr. 158
187 Füssener Heimatzeitung Nr. 158 vom Juni 2018 Franken (um das Jahr 500 n. Chr.) hilfesuchend demOst-Gotenkönig „Theoderich“ an. Dann erfolgte die Ansiedlung der Alemannen am linken Lechufer, als Nachbarn der „Bajuwaren“ am rechten Lechufer. So verschmolzen sich die Alamannen immer weiter mit dem Land um Füssen herum und verbanden sich ebenso mit den Einheimischen. Es gab einen Diebstahl 1500 Jahre später, im Frühjahr 1965, wurden bei der Ausschachtung eines Wasserleitungsgrabens beim Alemannenweg (welcher daher seinen Namen hat) in Schwangau ca. 130 Gräber gefunden, welche nach späteren Analysen von Archäologen als ala- mannische Gräber aus dem 7. Jahrhundert identi- fiziert wurden. Es stellte sich heraus, dass die sonst so häufig anzutreffende zeitgenössische Plünderung der Grabinventare fehlte, und so die gesamte Dorfbevölkerung des ältesten Schwangaus bis zum Zeitpunkt der Verlegung des Friedhofs an den Platz der heutigen Kirche um 700 überschaubar und in ihrer Zusammensetzung rekonstruierbar war. Nur einem Diebstahl fielen die Gräber des Alemannenweges zum Opfer. Dies geschah in der Nacht, als die ersten Gräber durch Zufall entdeckt Der Alemannenweg mit dem Hof der Familie Pfeiffer. Dank dem Bau dieses Hofes wurde das Reihengräberfeld entdeckt. wurden und eben diese für eine Nacht brach lagen. In der Dunkelheit wurden eine silberne S-Fibel und vier Glasperlen mit Augenauflagen gestohlen. Trotz polizeilichem Einsatz tauchten diese nie wieder auf. Nur ein Privatmann aus Schwangau hatte am Vortag eine Farbaufnahme des Fundes gemacht, weshalb die Fibel und der Diebstahl re- konstruiert werden konnten. Genauere Untersuchungen Aus 127 der 131 untersuchten Gräber lag Skelett- material vor, welches anthropologisch untersucht werden konnte. Von diesen 127 Gebeinen konnten acht als Kindern zugehörig identifiziert werden. Vier weiteren konnte jugendliches Alter nachge- wiesen werden. 115 waren im Erwachsenenalter und vier im senilen Alter. Von den Bestattungen aller Altersgruppen wurden 69 als männlich be- stimmt und 56 als weiblich. Den zwei letzten Gräbern konnte aus Mangel an Skelettmaterial kein Geschlecht zugeordnet werden. „Ältestes Schwangau“ Laut den Grabfunden des alamannischen Reihen- Fortsetzung auf Seite 188
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