Füssener Heimatzeitung Nr. 158

185 Füssener Heimatzeitung Nr. 158 vom Juni 2018 Frau Benvenuta im Jahre 1576, was sicherlich ein schwerer Schock gewesen sein muss. In- nozenz ließ für sie einen Grab- stein errichten. Auf der Pietà sind betend ihr Mann, ihre Töchter und der älteste Sohn Johann Bap- tista dargestellt, der als Zeichen der Trauer seine Rüstung neben sich abgelegt hat. In dem Grab- stein ist eine leider nur partiell lesbare Inschrift, diktiert von ih- remMann, eingraviert und diese wird verzehrt vom Tassi-Wappen und einem doppelköpfigen Adler. Im selben Jahr noch verschrieb Innozenz einen ewigen Fallzins von jährlich zehn Gulden auf sein Haus an das ehemalige Bene- diktinerkloster Sankt Mang. Das galt als Sicherstellung für seine eigene Ruhestätte in der St.-Anna- Kapelle. Zweite Frau und vollbrachtes Werk Innozenz heiratete jedoch noch einmal. Im Jahre 1585 vermählte er sich mit Barbara, der Witwe des Hans Lunser. Sie war eine geborene Lewkirch zu Rötenpach (Leutkircher zu Röthenbach?). Sie brachte 300 Gulden Mitgift in die Ehe, die er ihr auf seinen Besitz in der Schwangauer Straße sicher stellte. Sieben Jahre nach der Eheschlie- ßung, am 15. Dezember 1592, fand Innozenz von Taxis hoch- betagt in Füssen seine letzte Ruhe. In der St.-Anna-Kapelle kündet nun ein holzgeschnitztes Totenschild mit seinem Wappen von seinen Würden, zu denen er aufgestiegen war. Die Umschrift des Wappensverweist auf seine Ämter als Postmeister in Augsburg und Füssen. Barbara, seine Wit- we, hat vor 1600 wieder gehei- ratet, den Ehrenberger Pfleger Hans von und zu Winkelhofen. Dies wird deutlich durch die sich hinziehenden Erbauseinander- setzungen bis Ende des Jahres 1605. Dann wurden nämlich er und seine Stieftochter, Katharina Haydenbucher, geb. Lunser in den Füssener Taxis´schen Besitz eingewiesen. Jedoch noch im glei- chen Jahr verkaufte die Stieftoch- ter die ehemals Taxis´sche Be- hausung samt Hofstatt, Stallung und Garten um 720 Gulden an Abt Heinrich und das St.-Mang- Kloster. Unehelicher Sohn Schon 1588 hatte die Regierung in Innsbruck Innnozenz v. Taxis bereits eröffnet, dass er „nach dessen Tode die Post weder sei- nem Vetter Lorenz v. Taxis, noch dem Sohn oder seinem Schwie- gersohn Matthias (Haydenbu- cher?) aus zweiter Ehe, verleihen könne, da bereits einem anderen darauf Vertröstung getan worden sei“. Da Johann Baptist bereits 1588 gefallen war, kann man da- von ausgehen, dass mit dem „Sohn“ der um 1539 geborene außerehelicheSohn des Innozenz, Johann Franz, gemeint war. ■  Holzgeschnitztes Totenschild mit seinem Wappen. Es zeigt die Ehre und Würden, zu denen Innozenz aufgestiegen ist. Museum der Stadt Füssen IMPRESSUM Herausgeber: Füssener Heimatzeitung Inhaber Ismael Seer Magnusplatz 6, 87629 Füssen Telefon: 08362 941654, Telefax: 08362 940502 Mail: info@fuessener-heimatzeitung.de Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gem. § 27a UStG: DE 307494238 Inhaltlich Verantwortlicher gem. § 55 II RStV: Ismael Seer (Anschrift s.o.) Redaktions- und Anzeigenleitung: Ulrike Driendl-Piepenburg Telefon: 08362-941654 Telefax: 08362 940502 Mail: info@fuessener-heimatzeitung.de Übernahme von Daten: Nachdruck, auch auszugsweise, sowie die elektronische Vervielfältigung von Artikeln und Bildern ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages möglich. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen wir keine Gewähr. Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. ISBN 978-3-929371-46-8

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