Füssener Heimatzeitung Nr. 158

150 Füssener Heimatzeitung Nr. 158 vom Juni 2018 1.000 Arbeiter in der Immenstäd- ter Firma gearbeitet. Aber das entmutigte Günter Zwerger in sei- nem Entschluss nicht. Der erste Bruch Noch im gleichen Jahr seines fast gelungenen Versuches des Rühr- geräts endete der Zweite Welt- krieg. Das war 1945 und einige Jahre nach seinem Schwur, nie bei den Hanfwerken zu arbeiten. Die Franzosen rückten ein und besetzten Immenstadt. Bei der Besatzung musste jeder etwas tun. Günter Zwerger wurde zuerst zumStraßenfegen in der Janstra- ße in Immenstadt eingeteilt, dann kam er als Melder zur der fran- zösischen Stadtverwaltung. Als nächstes wurde er als Laufbur- sche zur provisorischen Verwal- tung der Hanfwerke versetzt. Da- mit war sein Arbeitsschwur schon angeknackst. Durch den Zwang der Besatzung hatte er jedoch keine andere Wahl. Mit dem 1.000 Reichsmark-Schein lief er schnell nach Hause Als Laufbursche musste er den pensionierten Prokuristen der Hanfwerke AG die Rente bringen. Einmal bekam er sogar einen 1.000 Reichsmark-Schein in die Hände. Das war für ihn so uner- messlich viel, dass er schnell nach Hause lief und den Schein seiner Mutter zeigte, die selber auch noch nie einen so wertvollen Geldschein gesehen, geschweige denn berührt hatte. Nach dem kleinen Abstecher zu Hause ging es dann weiter zu den Prokuris- ten, die auf ihre Rente warteten. Fortsetzung von Seite 149  Bei seinem Chef lernte er mehr als in der Schule  Die Hanfwerke in Immenstadt

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