Füssener Heimatzeitung Nr. 158

149 Füssener Heimatzeitung Nr. 158 vom Juni 2018 es aber auch so sehen, dass man nach jedemVersuch dazu gelernt hat. Das Ausprobieren war seine Welt, darin konnte er sich stun- denlang reinfuchsen. Er begab sich ganz in die Materie und schaute genau, wie Stoffe aufei- nander reagierten, was gut und schlecht in den einzelnen Fällen ist und wie was zusammen pas- sen könnte. Nur nicht in den Hanfwerken Das geschah alles in der Hanf- werke-Kolonie in Immenstadt, denn dort wohnte Günter Zwerger. Überhaupt, auch wenn der Tüftler es nicht so gern wollte, war sein Leben eng mit der 1855 gegrün- deten Bindfadenfabrik verbun- den. Begonnen hatte es damit, dass sein Vater, wie auch sein Großvater, in den Hanfwerken Füssen-Immenstadt arbeiteten. Für Günter Zwerger war der Ge- ruch und der Lärm unerträglich, wenn er als Kind seinem Vater die Brotzeit in die Fabrik bringen musste. Und er war immer froh, wenn er seinen Vater nach der Arbeit nicht gerade umarmen musste, denn der Geruch der Hanfwerke haftete an ihm. In die- sen Jahren schwor er sich, nie- mals bei den Hanfwerken arbei- ten zu müssen, was gar nicht so leicht war, denn seinerzeit waren die Hanfwerke, die Garne und Bindfäden herstellten, der größte Arbeitgeber in der ganzen Region. In Spitzenzeiten haben über  Die Hechelei in den Hanfwerken in Immenstadt mit Transmissionsantrieb, ca. 1955  Die Hechelmaschine nach der Motorisierung, ca. 1965 Fortsetzung auf Seite 150

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==