Füssener Heimatzeitung Nr. 158
129 Füssener Heimatzeitung Nr. 158 vom Juni 2018 lichen Schüler wachsen stetig nach oben und warten so lange, bis ihnen die Mutterbäume Platz machen, um selber riesengroß zu werden. Krumm bricht um Warum ist es eigentlich so schlimm, wenn ein Baum mal nach links und mal nach rechts wächst, sieht doch auch schön aus, oder? Zu den witzigsten For- men kann es zwar schon kom- men, jedoch können wir nicht sehen, wie es im Innern des Hol- zes ausschaut. Ist ein Stamm krumm, ist das Holz innen ganz verspannt. So als hätten wir Mus- kelkater und könnten schwere Kisten nicht mehr schleppen. So kann der Baum dann auch an diesen verspannten Stellen kei- nen Sturmmehr tragen und bricht an diesen Stellen ab. Das kann manchmal lebensbedrohliche Fol- gen für den Baum haben. Nur wenige Bäume werden von den Buchenwald mit kommunizierender Wurzel Hunderten Sprösslingen überle- ben. Nämlich diejenigen, die am besten aufgepasst haben und am geduldigsten waren, bis die Mutterbäume ihnen Platz ma- chen. Das werden dann vielleicht nur ein bis drei Bäume sein. Lernen ist wichtig Dass jeder etwas lernen muss ist klar. Doch leider wird dieses Bedürfnis der Bäume missachtet. Wenn in Wäldern Mutterbäume abgeholzt werden, können sie ihren Sprösslingen keine Infor- mationen mehr zusenden und diese wachsen krumm und viel zu schnell, da sie durch das viele Licht enorm viel Zucker herstellen können. Das tut den Bäumen gar nicht gut. Ihre Lebensdauer wird beschränkt auf 200-300 Jahre, was für Bäume wirklich keine lan- ge Zeit ist. Beeindruckt von diesen Buchen und ihren Kindern und inspiriert für meinen Bericht, kehrte ich um und ging wieder in Richtung Füssener Innenstadt. Die vielen Vögel, die auf dem Baumgarten leben und sich dort ihr Futter su- chen, verabschiedeten mich mit lautem Gesang, was mich noch einmal innehalten und die Natur genießen ließ. Ein kleines Kind malte mir einst ein Bild, worauf geschrieben stand: „Die Bäume leben so wie wir, jedes Lebewe- sen hat eine Familie“. Wie recht es doch hatte und wie gut es mir getan hätte, hätte ich ihm schon damals geglaubt. Denn dieses Wissen bereichert meine Welt. Wer mir nicht glaubt, der lese die Bücher vom Förster Peter Wohlleben. ■
RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMw==