Füssener Heimatzeitung Nr. 158
125 Füssener Heimatzeitung Nr. 158 vom Juni 2018 Die Nähe zum Wasser Vielleicht ist es auch genau das, was so anziehend auf uns wirkt. Der Lech besitzt an diesen Tagen so eine unglaubliche Schönheit und Anziehungskraft. Ist es diese Klarheit, die uns in unseremAlltag oft fehlt? Oder ist es die Nähe zur deutlichen Wirklichkeit, die uns da so verzaubernd und erlö- send begegnet? Sicher ist auf je- den Fall, dass wir Menschen oft die Nähe zu Wasser suchen. Sei es für einen Spaziergang mit ei- nem geliebten Menschen oder in Schmerzmomenten, um Ruhe und Erlösung in seinem steten Rauschen und unermüdlichen Bewegen zu finden. Deutscher Dichter Karl Ernst Knodt (1856 - 1917), ein deutscher Dichter, schrieb über das Wasser folgendes: Die Wasser tragen alles: Leg' nur dein Glück darauf! Sie heben's wie auf Händen Zum Sternenlicht hinauf. Die Wasser tragen alles: Leg' auch dein Leid darauf! Sie tragen's nach dem Meere In nimmermüdem Lauf. welches wir eintauchen sollten, von dem wir uns tragen lassen könnten. So war auch in dem Buch „Siddhartha“ von Hermann Hesse der spirituelle Lehrer von Siddhartha ein Fluss, von wel- chem er lernen sollte dem Leben zu lauschen und durch den er zur Erleuchtung kam. Nichts war ihm so sehr Lehrer und Erlösung in all seinen Fragen wie dieser Fluss. Natürlich sind wir weit da- von entfernt, einen Fluss zu ver- stehen, aber worin wir uns sicher sein können ist, dass wir in seiner Nähe an solchen Tagen demGlück ein Stück weit näher sind. ■ Leuchtend auch bei der Passage der Lechschlucht in Füssen Der Lech - ein einziges Farbenfest Die Nähe zum Glück Unser Lech ist mehr als nur eine Farbe, die Glück in uns auslösen kann. Er ist ein Mysterium, in
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