Füssener Heimatzeitung Nr. 158
105 Füssener Heimatzeitung Nr. 158 vom Juni 2018 gebaut wurde und zwar an der Ecke von der Reichen- und der damaligen Rittergasse. Im gotischen Stil Das besondere an diesem Rat- haus war, dass es um Längen mitten in die Reichenstraße hi- neingebaut wurde und dadurch den Durchgang zur Reichenstraße stark verengte, was für die da- malige Bauweise auf Grund des Platzmangels eher ungewöhnlich war. Architektonisch passte es jedoch zu den umliegenden Häu- sern und auch von der Höhe des Dachfirstes verhielt es sich nicht wirklich divergent. Das Rathaus besaß insgesamt drei Stockwerke, die von soliden „ganz gemauer- ten” Hausmauern getragen wur- den, was in einem Immobilien- beschrieb von 1807/1813 extra vermerkt wurde, vermutlich weil diese Art von Mauer besonders tragfähig war. Aus einem Schrei- ben des damaligen Bürgermeis- ters Josef Bosch vom 17.3.1837 an den „Allerdurchlauchtigsten, Großmächtigsten König (Ludwig I.) ging hervor, dass die Grund- mauern noch aus spätmittelal- terlicher Zeit stammten und im gotischen Stil errichtet worden sind, was auch eine gotische In- schrift an der Seite des Gebäudes bezeugte. Im 1. Obergeschoss befand sich die untere Rathaus- stube, das Rechenstüberl und ein Vorraum. Das 2. Obergeschoss bestand aus einem Saal, der für öffentliche Feierlichkeiten ver- wendet wurde. Dahinter befand sich noch ein weiterer Saal. Nicht mehr viel davon zu sehen Die einzige bildliche Überliefe- Fortsetzung auf Seite 106 Der Stadtplan von 1820, Quelle: Stadtarchiv Füssen
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